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FUKS • FORUM FÜR UMWELT, KULTUR UND SOZIALES E. V.
Podiumsdiskussion
06.10.2001, Jugendheim Schwarzenfeld ("Miesbergstubn")
Auf erneuerbare Energien umstellen
Diskussion als Abschluss des Symposiums
"Nachhaltige Energie aus der Region für die Region"


Schwarzenfeld. (eim) Ein zweitägiges Symposium unter
dem Titel: "Nachhaltige Energie aus der Region für die Region" veranstaltete die VHS Amberg-Sulzbach und die
s Umweltbildungsstätte aus Neunburg. Unterstützt wurde diese Veranstaltung durch die Fachhochschule Amberg-Weiden und ATZ-EVUS aus Sulzbach-Rosenberg.


Teilnehmer:

Dr. Götz Brühl, Leiter der Stadtwerke Lemgo
MdB Hans-Josef Fell, B 90/Grüne
MdL Wolfgang Gartzke, SPD
MdL Christian Meißner, CSU

Moderation:
Agnes O. Eisenreich, Oberpfalz-TV Nord, Fleurystr. 9, 92224 Amberg
Manfred Lehner, Leiter der Volkshochschule Amberg-Sulzbach

 

Am Samstag fand nun als Abschluss dieser Tagung im Jugendheim Schwarzenfeld eine Podiumsdiskussion mit Politikern und Fachleuten statt. Der Vorsitzende der VHS, Manfred Lehner, stellte die Teilnehmer vor: MdB Hans Josef Fell (Bündnis 90/Die Grünen), MdL Wolfgang Gartzke (SPD,) MdL Christian Meisner (CSU) und Dr. Götz Brühl (Stadtwerke Lemgo). Moderatorin war Agnes O. Eisenreich. Zunächst trat Fell ans Mikrofon und stellte zunächst die Abhängigkeit von Energie und Arbeitsplätzen für die Region dar: Für die Region Mittelfranken heißt dies, dass im Jahr 1999 rund 4 Milliarden Mark an Kaufkraft für Energie abgeflossen sind, da diese in der Region nicht erzeugt werden könne.
Das Ziel müsse es also sein, alles auf erneuerbare Energie umzustellen. Ein wichtiger Schritt dazu sei mit dem "ErneuerbarenEnergieGesetz (EEG)" getan worden. Die Region müsse nun die Chancen ergreifen, die sich durch das Gesetz bieten und in die Energieerzeugung aus Biomasse investieren.

Große Möglichkeiten gebe es auch noch bei den Kommunen bei Klär- und Deponiegas. Problematisch sei es in der Oberpfalz mit der Windenergie, denn die regionalen Planungsverbände hätten die Standort für Windkraftwerke dahin gelegt, wo der wenigste Wind wehe, was natürlich die Investoren abschrecke. Das erklärte Ziel der jetzigen Regierung sei es, Energie aus nachwachsenden Rohstoffen zu erzeugen.

Für MdL Wolfgang Gartzke ist eine Wende in der Energiepolitik notwendig. Jeder Haushalt sollte eine Energiesparberatung annehmen, um seine Schwachstellen herauszufinden. Weiter betrachtete er das Kraft-Wärmekopplungsgesetz (KWKG) für Kleinanlagen als gelungene Sache. Als "Katastrophe" sah es Gartzke an, wie Menschen von den Behörden behindert werden, die in erneuerbare Energie investieren wollen.

MdL Christian Meisner brachte die Förderprogramme der Bayerischen Staatsregierung in Erinnerung und führte aus, dass der Anteil der erneuerbaren Energie in Bayern bei 3,9 Prozent liege, während dies im Bundesdurchschnitt bei ein Prozent liege. Dr. Götz Brühl stellte als Leiter der Stadtwerke Lemgo sein Unternehmen vor: Bei den Stadtwerken wird ein Großteil aus erneuerbaren Energien gewonnen. Teilweise geschieht dies durch Kraft-Wärmekopplung (KWK) aus Gasturbinen, aber auch Windkraft und Biomasse spielen einer Rolle. Auch er räumte der Beratung der Kunden einen wichtigen Teil ein. "Ohne Beratung bewegt man nicht viel."

Nach diesen Statements war nun das Publikum gefragt. Hier regte sich gegenüber den Politikern Unmut, weil von der Bundesregierung mitten im Jahr und ohne Vorankündigung die Fördermittel gekürzt worden seien, was bei mittelständischen Unternehmen in dieser Spare zu erheblichen Problemen führte. Auch sei dies für den umstellungswilligen Privatmann nicht nachvollziehbar.

MdL Gartzke konnte dem nicht zustimmen, da es gelte, keine zusätzlichen Subventionen aufzubauen und die Fördermittel als Anschubfinanzierung gedacht waren. (Siehe weiteren Artikel auf dieser Seite).

Der neue Tag, 8. Oktober 2001


Intelligente, dezentrale Lösungen gefordert

Vorschläge von FH-Professoren zur Energiewende in der Region - Teil der Öko-Steuer einbehalten

Schwarzenfeld. (eim) Nach diesen Statements (siehe Artikel oben) stellte Moderatorin Agnes O. Eisenreich dann die Frage in den Raum, was diese Erkenntnisse für unsere Region bedeuten könnten.

Hier kritisierte zunächst Prof. Dr. Stefan Beer von der FH die Konkurrenz der großen Energieerzeuger, die es durch ihre Strompreise praktisch unmöglich machen in der Region Projekte mit der KWK anzubieten und forderte hier Taten durch die Politiker. Dem entgegnete Fell als auch Gartzke, dass die Zukunft in intelligenten dezentralen Anlagen liegt. Für Prof. Dr. Franz Bischof ist in der Region eine Potenzial an erneuerbaren Energien von 20 Prozent vorhanden womit man beispielsweise im Landkreis Sulzbach-Rosenberg den Energiebedarf der Privathaushalte und des Verkehrs decken könne, was dazu führe, dass das Geld dann in der Region bleibt.

"Auf dem Sprung"
Er könne es sich vorstellen, dass ein Teil der Ökosteuer in der Region belassen wird, um den Kommunen Möglichkeiten vor Ort zu geben. Dazu MdB Fell: "Wer das Geld abruft, kann dies tun, wer altem Gedankengut nachhängt, kann dies nicht tun." Diese Region sei dazu auf dem Sprung, das Blatt positiv zu wenden. Er stellte eine Studie für Europa vor, die bis zum Jahr 2050 den Energieverbrauch auf 40 Prozent reduziert und der dann voll durch erneuerbare Energien abgedeckt werden könnte ohne einen Verlust an Komfort. "In den Köpfen muss sich was bewegen."

"Runder Tisch"
MdL Meisner sah für die Zukunft einen "runden Tisch" mit Landräten, Bürgermeistern und Landwirten, um einen Bewusstseinswandel herbeizuführen. Für MdL Gartzke gelte es in Zukunft, den Einsatz der Mittel besser zu strukturieren und er sehe auch für die Landwirtschaft eine Chance bei der Energiegewinnung. Dr. Brühl konnte die Visionen seiner Vorredner durchaus nachvollziehen, wobei es aber gelte, nicht allein auf den Durchbruch der Brennstoffzelle zu hoffen. "Es gibt kein Energieproblem, es gibt ein Energiespeicherproblem und ein Transportproblem". Dazu sprach er dann noch die Siliciumtechnologie an.


Der neue Tag, 8. Oktober 2001