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FUKS • FORUM FÜR UMWELT, KULTUR UND SOZIALES E. V.
Zusammenfassung und Fazit
Resumée
Symposium "Nachhaltige Energie aus der Region für die Region"
 

Eduard Hochmuth
Forum für Umwelt, Kultur und Soziales

Der 34jährige Diplom-Biotechnologe aus Nittenau arbeitet hauptberuflich an der Universität Regensburg. Er ist
seit 2001 in der Vorstandschaft der Umweltstation FUKS u. seit 1998 als einer von drei Vorstandsmitgliedern der Ökologischen Modellregion im Landkreis Schwandorf e. V. ehrenamtlich tätig.

 

 

 


Unter dem Leitmotiv "Die Zeit ist reif für den Einsatz von Biogas, Pflanzenöl, Biomasse/Holz" veranstaltete die Umweltstation FUKS (Neunburg v. W.) und die VHS Amberg-Sulzbach in Kooperation mit ATZ-EVUS (Sulzbach-Rosenberg) sowie der FH Amberg-Weiden ein in seinem Angebot an hervorragenden Referenten in der Oberpfalz bisher einmaliges Symposium "Nachhaltige Energie aus der Region für die Region".
Eröffnet wurde das Symposium von Prof. Dr. Wolfgang Seiler, Leiter des renommierten Fraunhofer Institutes Garmisch, mit einem Vortrag zur Klimaerwärmung. Nach Prof. Seiler wird sich das Klima deutlich erwärmen. Als Folge davon steigt der Meeresspiegel um 50 cm an!
Welche Auswirkungen hat die Erwärmung für unsere Region? Im Sommer steigt die Temperatur um bis zu 5° C an, die Niederschläge nehmen um 10% ab, d.h. die Land- und Forstwirtschaft wird bei uns massive Probleme bekommen. Im Winter steigt die Temperatur um 1° C, die Niederschläge nehmen um 10-20% zu. Erwartet werden Extremwetterlagen wie wolkenbruchartiger Regen, mehr Stürme, Hagel sowie starke Temperaturschwankungen, wie wir sie im September und Oktober 2001 bemerkten.

Biomasse/Holz (Prof. Dr.-Ing. S. Beer)
Verwendung von Holz zum Heizen in drei Varianten:
· Mit konventionellen Holzscheiten für Kachelöfen oder Zentralheizungskessel
· Hackschnitzel für Mehrfamilienhäuser oder ganze Straßenzüge, Brennstoffkosten ca. 3 Pf/kWh
· Holzpelletheizung für Einfamilienhäuser 6 Pf/kWh (zum Vergleich: Heizöl bei einem Preis von 75 Pf/l - Heizkosten 7,5 Pf/kWh)
Dabei besitzen Hackschnitzel oder Holzpellets den gleichen Bedienungskomfort wie eine Öl- oder Gasheizung.Die Versorgung mit Hackschnitzel erfolgt direkt durch die Landwirte. Holzpellets werden bei uns von mehreren Anbietern angeboten. Also auch hier ist eine dauerhafte Versorgung gesichert.

Beispiel für eine Hackschnitzelheizung - Sportpark Hirschau bei Amberg:
Die Mehrkosten für eine Hackschnitzelheizung haben sich in 4-5 Jahren amortisiert, da die Heizkosten bei Hackschnitzeln um 50% niedriger sind als bei Heizöl.


Biogas
(Dr. S. Prechtl)
Mit der Biogastechnik lässt sich aus landwirtschaftlichen Rohstoffen und Abfallstoffen sowie aus Abwässern der Nahrungsmittelindustrie Biogas zur Strom- und Wärmeerzeugung gewinnen. Mit dieser Technik reinigen die Naabtaler Milchwerke ihr Abwasser und ersetzen Öl bzw. Gas durch das gewonnene Biogas. Landwirte können
ihre Gülle zur Biogasgewinnung nutzen und gleichzeitig ihr häusliches Abwasser reinigen. Aufgrund des EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) hat sich die Zahl der Biogasanlagen seit 1999 von 850 auf 1650 verdoppelt. Trotzdem wird das Potenzial nicht einmal zu 10% genutzt.


Einsatz von kalt gepresstem Pflanzenöl als Dieselersatz
(Prof. Dr.-Ing. M. Brautsch)
Aus den Rapskörnern wird durch eine einfache mechanische Presse das Öl heraus gepresst, gefiltert und kann dann sofort in umgerüsteten Dieselmotoren als Kraftstoff verwendet werden. Die Pressen können von Landwirten in Eigenregie oder von Genossenschaften auf Landkreisebene betrieben werden. Das Abfallprodukt, der Presskuchen, ist ein hervorragendes Viehfutter oder es kann in Biogasanlagen zur Biogasproduktion genutzt werden. Das Besondere an dieser Technik: Es sind keine großen chemisch-technischen Anlagen notwendig.
In der Region gibt es mehrere Umrüstungsbetriebe von Diesel auf Pflanzenöl, wobei umgerüstete Motoren auch
mit Diesel betrieben werden können. Im Landkreis Schwandorf sind bisher zwei Pflanzenölhersteller vorhanden.
Es ist auch kein Problem, bei sich zu Hause Pflanzenöl zu lagern, da es keine gesetzlichen Auflagen gibt.
1 Liter Pflanzenöl kostet ca. 1,00 DM.

Das Potenzial nachhaltiger Energie in unserer Region (Prof. Dr.-Ing. F. Bischof)
Würden 20% des jährlichen Holzzuwachses zusammen mit den Sägeholz-Resten, 25% der Ackerfläche für den Rapsanbau, 50% des Presskuchens sowie weitere 10% der Ackerfläche für Energiemais zur Biogasgewinnung
und 50% des Bioabfallaufkommens ebenfalls zur Biogaserzeugung eingesetzt, so ließen sich 20% des Energiebedarfs der Privathaushalte mit Biomasse/Holz, Pflanzenöl und Biogas decken! Damit könnten Diesel, Gas, Öl etc. Jahr für Jahr im Wert von weit mehr als 50 Millionen DM ersetzt werden. Das heißt, dieses Geld fließt nicht aus der Region ab, sondern verbleibt im Landkreis. So entsteht nicht nur ein Rohstoffkreislauf, sondern auch ein fiskalischer Kreislauf.

Die nachhaltige Energie aus der Region für die Region besitzt drei faszinierende Eigenschaften:

Mit ihrer Hilfe können wir der Klimaerwärmung gegen steuern.

Sie fördert massiv die heimische Wirtschaft.

Die dazu notwendige Technik ist bei uns vorhanden und für den weltweiten Export, vor allem auch in die Entwicklungsländer und Schwellenländer hervorragend geeignet, da sie robust und verhältnismäßig einfach zu bedienen und zu warten ist.