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FUKS • FORUM FÜR UMWELT, KULTUR UND SOZIALES E. V.
Pressemitteilungen und -berichte
Waldschätze, die sich rau anfühlen
Behinderte und nicht behinderte Schüler "miteinander grenzenlos" im Trausnitzer Forst

TRAUSNITZ (sb). Die zwitschernden Vögel haben nichts dagegen gehabt, der Trausnitzer Wald auch nicht: Lachen hat gestern seine Stille durchbrochen. Benjamin, Anja, Martin, Carolin und die übrigen SchülerInnen der Volksschule Unterköblitz und der Förderschule Irchenrieth stampften rucksackbepackt über die Waldwege. Geistig behinderte und nicht behinderte Schüler "miteinander grenzenlos". Unter diesem Motto steht der "integrative Walderlebnis-tag", den die Neunburger Umweltstation FUKS (Forum für Umwelt, Kultur und Soziales) und das Forstamt Pfreimd veranstalten.
"Die Kinder, ob behindert oder nicht behindert, haben keine Berührungsänste. Das meinen nur wir Erwachsene", sagt Lehrer Hermann Dotzler. Vor ihm stehen seine Schüler und die des Heilpädagogischen Zentrums auf einer Lichtung. Im Kreis vor ihnen liegen die "Schätze" des Waldes: raue Rinden, schwere Steine, zarte Heidelbeer-Pflanzen. Alles fühlbar. Erlebnispädagoge Günter Nagel von FUKS und Revierförster Arnold Kimmerl haben die Kinder zuvor in den Wald geschickt, um die "Schätze" zu sammeln. Darunter allerdings auch Unrat, wie unverrottbare Süßigkeitenverpackungen. "Die gehören da nicht hin", lehrt Lehrer Peter Trepl richtiges Umweltbewusstsein.
"Der Baum ist ja uralt", sagt die behinderte Carolin am Platz bei der greisen Kiefer. Förster Kimmerl meint: "Richtig, sie ist etwa 160 Jahre alt" und zeigt: "So sieht eine junge Kiefer aus". Im Hintergrund steht der stellvertretende Pfreimder Forstamtsleiter Hermann Gebhardt. Seit fünf Jahren etwa widmen sich die Forstämter Pfreimd, Burglengenfeld und Neunburg der Waldpädagogik, flüstert er, um die Lehrstunde nicht zu stören. Ein staatlicher Bildungsauftrag. Kimmerl und sein Hund Poldi machen das gerne. Der Förster blüht auf, als er den Jugendlichen von den Blüten des Waldes erzählt. Im Wald sind in den vergangenen Wochen "gelbe Wolken" nieder gegangen, der Staub der Blüten der Fichten, auch Windblütler genannt. Die Schüler wissen, was er meint.
Was ihnen noch auffällt? "Der intensive Geruch, es hat frisch geregnet", sagen die Schüler. Der Förster zieht aus der Erde ein Büschel Rotstengelmoos und gibt es Benjamin in die Hand. Fest drücken soll er. Heraus quillt Wasser. Wie ein Schwamm hat das Moos den Regen aufgesaugt und gespeichert. "Aus dem Wald kommt unser Wasser", erklärt Kimmerl den Schülern den Wald, den sie an diesem Tag mit allen Sinnen erleben. Sie haben ihn gehört, gesehen, gefühlt, getastet, gerochen, so sollte es sein.

Artikel von pbeer - überstellt am 23.5.2003 an Mittelbayerische Zeitung online