STARTSEITE

JAHRESPROGRAMM

PROJEKTE
ÜBER UNS
KONTAKT
IMPRESSUM
ARCHIV
LINKS

 

 

FUKS • FORUM FÜR UMWELT, KULTUR UND SOZIALES E. V.
Pressemitteilungen und -berichte

Eintauchen in urwüchsige und geheimnisvolle Moorlandschaften
FUKS-Exkursion ins schützenswerte Kulzer und Prackendorfer Moos
 

Kulz. (jki) Zahlreiche Naturinteressierte fanden sich zu einer Wanderung ein, die die Umweltstation FUKS im Rahmen ihres Jahresprogramms anbot. Exkursionsleiter war Thomas Lobinger.


Am Ausgangspunkt des rund drei Kilometer langen Lehrpfades gab Thomas Lobinger zunächst einen Überblick über Größe und Geschichte des Schutzgebietes. Das südlich von Kulz gelegene Moos steht seit 1987 unter Naturschutz. In dem ca. 80 ha großen Moor, das sich in das Prackendorfer und das Kulzer Moos aufteilt, leben zahlreiche seltene Tiere und Pflanzen, darunter mehr als 100 gefährdete Arten der Roten Listen. Wegen der extremen Standortverhältnisse mit dauernder Vernässung, saurem Bodenwasser und Nährstoffarmut können fast nur "robuste Spezialisten" überleben. Viele Bewohner des Moores kommen deshalb im weiten Umkreis nur hier vor.
"Moore sind äußerst empfindliche Ökosysteme", erklärt Thomas Lobinger, und bittet die Teilnehmer deshalb, auf dem markierten Weg zu bleiben und nichts zu pflücken, um die sensible Flora und Fauna nicht zu beeinträchtigen.



Auch die jüngsten Exkursionsteilnehmer zeigten sich interessiert an der Tier- und Pflanzenwelt im Kulzer Moos
 

 

Beim Gesang von Buchfink, Fitis-Laubsänger, Mönchsgrasmücke und Baumpieper wandern die Exkursionsteilnehmer dann zum urwüchsigen Moorwald. "Birken sehen hier anders aus als außerhalb des Moores", anhand zweier Zweige erläutert Lobinger die Unterschiede der gewöhnlichen Birke und der Moorbirke. Und auch die Spirke, eine spezielle Moorkiefernart, unterscheidet sich von ihren Verwandten, die außerhalb des Moors wachsen. Ebenfalls charakteristisch für bewaldete Moore, welche eine besonders gefährdete Pflanzengesellschaft darstellen, sind Moorweiden.

Ferner waren bei der Wanderung auch typische Moorpflanzen wie Schachtelhalm, Binsen, Sumpfhaarstrang, Heugras und Segge zu sehen. Fleischfressende Arten wie der Wasserschlauch und der Sonnentau nutzen ein ausgeklügeltes System, um sich von kleinen Tieren ernähren zu können. Wollgras, Kammfarn und die violett blühende Moorbeere waren bei der Exkursion genauso zu bewundern wie der Europäische Siebenstern mit seinen wunderschönen, zart-weißen Blüten.

Weiter ging es zu den geheimnisvoll anmutenden Moorgewässern. Sie bilden mit ihrem sauren Wasser einen idealen Lebensraum für verschiedene Libellenarten, zahlreiche Kleinstlebewesen, aber auch für Wasservögel wie die seltene Wasserralle; Teich- und Moorfrösche präsentieren sich den Besuchern mit einem imposanten "Konzert".

Ferner ist das Moor - als Wasserspeicher - von großer Bedeutung für den Wasserhaushalt der Landschaft und auch für den Trinkwasservorrat.
Das Projekt "Prackendorfer und Kulzer Moos" wird über das Life-Programm der Europäischen Union, durch die "Stiftung Bayerischer Naturschutzfonds" sowie durch den "Verein zum Schutz wertvoller Landschaftsbestandteile in der Oberpfalz e.V." gefördert. Weitere Beteiligte sind u. a. die Gemeinde Thanstein, die Direktion für ländliche Entwicklung Regensburg, der Landkreis Schwandorf und der Naturpark Oberpfälzer Wald.

Josefine Kiener, FUKS

29.05.2002